Werken mit Recht - Der Podcast für Handwerksbetriebe

Werken mit Recht - Der Podcast für Handwerksbetriebe

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:05: Werken mit Recht.

00:00:10: Ja, dann hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Werken Mit Recht.

00:00:15: der Podcast für Handwerksbetriebe.

00:00:18: ich bin Jenny

00:00:19: Ich bin Kim

00:00:21: Und wir sind heute live das dürfen wir so sagen.

00:00:23: deshalb ja vielleicht alles ein bisschen anders als man sonst gewohnt ist.

00:00:28: und ja ich würde sagen wir stellen uns einmal ganz kurz vor weil wir glaube Die meisten kennen uns noch nicht oder haben unseren Podcasts auch noch nicht gehört.

00:00:36: Ich frage mal ganz kurz, ganz schnell ab Frage wer kennt Werken mit Recht im Podcast schon?

00:00:41: Ja so ein paar einzelne Hände sehen wir okay Perfekt!

00:00:45: Dann stehen wir uns trotzdem nochmal vor.

00:00:46: ich bin Geschäftsführerin in der Kreishandwerkerschaft im langen Kreis Haarburg das ist kurz unter Hamburg und Kim ist auch in einer Kreishandswerkwirtschaft beschäftigt als Schäfer treten Geschäftsführerin in Braunschweig und Umgebung, so muss man es sagen.

00:01:01: Ja hat ja etwas gewachsen genau.

00:01:04: Genau wir sind beide Rechtsanwältinnen Juristinnen und Wir machen in unserem Arbeitsalltag auch die Rechtsberatung unserer Mitgliedsbetriebe der Ähnungsbetrieb Und daraus ist dann quasi auch unser Podcast ein bisschen entstanden.

00:01:19: und Jenny wir haben Jahrestag

00:01:22: Habe ich verpasst.

00:01:23: Ich habe kein Geschenk.

00:01:26: Also wir haben tatsächlich Jahrestag, wir sind jetzt das zweite Jahr.

00:01:31: Wir haben zwei Jahre jetzt rum.

00:01:32: Also im April zwanzig vierundzwanzig haben wir unseren Podcast gegründet und zwar auf der Zukunft Handwerk in München haben wir gesagt so dass können wir das machen.

00:01:41: ja wir haben Bock drauf

00:01:42: Und wir haben coole Themen Sachen, die Leute vielleicht interessieren.

00:01:45: Genau!

00:01:46: Wir haben unsere Themen wo wir feststellen okay das kommt in unserem Arbeitsalltag immer und immer wieder vor dass die Betriebe die gleichen Fragen stellen und wenn wir uns gegenseitig anrufen um zu sagen hey ich habe dann Thema hast du das schon mal gehört?

00:01:57: Dann heißt es ja hat dich vor zehn Minuten den gleichen Anruf lass uns noch darüber sprechen und dann ist das immer unser Aufhänger um auch eine Folge aufzunehmen.

00:02:04: Genau und ja meistens kümmern wir uns ums Arbeitsrecht und so auch heute Und wir haben mit Karola so ein bisschen das Thema auch abgestimmt.

00:02:17: Und tatsächlich ist es ganz witzig, da kommen wir aber gleich nochmal zu.

00:02:20: Ich hatte genau zu diesem Thema gestern noch so Notfallanrufe, kurz für Feierabend.

00:02:27: Deswegen kann ich auch gleich nochmal schildern aus der Beratungspraxis Aber es soll heute immer Auftragsregeln gehen und was macht dann eigentlich Arbeitsrechte?

00:02:38: Betriebswirtschaftlich muss man anders erklären wenn die Aufstieg rausbleiben.

00:02:44: Was ist das, wenn ich auch mit dabei bin und habe mich beschäftigend?

00:02:47: Und die ich ja auch bezahlen muss.

00:02:49: Wenn ich jetzt Arbeit überrasse... Das soll ich tun!

00:02:52: Wenn ich auf einmal vielleicht noch nicht kurzfristig oder langfristig weniger aufziehe kann als ich mir das wünsche.

00:02:59: Ja, ich fange vielleicht einmal damit an was die häufigste erste Reaktion der ganzen Geschichte ist.

00:03:04: Und dass es sofort Auftragsmangel... Ich krieg kein Geld mehr rein.

00:03:08: Sprich, ich muss irgendwo Geld sparen.

00:03:09: Ich muss jetzt die Königungen aussprechen.

00:03:13: Das ist ja häufig der erste Gedankengang, also nicht der allererste aber der Gedankengang den man dann doch hat wenn es irgendwann knapp wird.

00:03:19: Genau!

00:03:20: Es ist jetzt so eine Abpanikreaktion.

00:03:22: Man denkt sich so Gott bevor ich die Leute nicht mehr bezahlen kann muss ich sie jetzt leider entlassen.

00:03:26: und genau mit diesem Anruf habe ich am Freitag tatsächlich bekommen.

00:03:31: auf einem recht großen Betrieb war auch für mich überraschend.

00:03:34: Wie gesagt haben wir eine Kündigung ausgesprochen weil irgendwie keine Aufträge mehr und ich weiß gar nicht was ich machen soll.

00:03:43: Und habe ich denn?

00:03:44: jetzt kommt eine Kündigungsschutzklage und ich habe nicht überhaupt eine Chance.

00:03:48: Ich kann jetzt nicht nur eine Abfindung bezahlen, weil eigentlich möchte ich meine Mitarbeiter schon nicht mehr bezahlen.

00:03:54: Kann ich mich auch Kurzarbeit anmelden?

00:03:56: Was muss ich jetzt

00:03:57: machen?".

00:03:57: Das war ich zum Freitag so ganz kurz vor Feierabend.

00:03:59: Ich bin so super!

00:04:01: Ich muss aber noch zur Erinnerungsversammlung.

00:04:02: Jetzt müssen wir erstmal alle tief durchatmen.

00:04:04: Wir gucken mal dann gab es die Pflaster aufgeklebt... ...und den Rest besprechen wir am Montag in Ruhe

00:04:09: sozusagen.".

00:04:10: Aber da habe ich gemerkt, okay das war so eine richtige Kutschersreaktion und so eine Panikreaktionen.

00:04:18: Und als ich dann auf der Partie hier gestern nochmal unsere Folge oder was wir uns überlegt hatten durchgelesen, hab ich gedacht, oh Mann ja genau, dass wollen wir eigentlich Samstag hier auch besprechen.

00:04:29: und ja deshalb gehen wir das jetzt mal Schritt für Schritt durch damit niemand in genau diese kleine Falle oder auch an diesen Fehler hat.

00:04:40: Genau, also es ist nämlich tatsächlich so dass die Kündigung ja immer das letzte Mittel nur sein darf.

00:04:48: Ein Betrieb und ein Arbeitgeber muss eben immer erstmal alle möglichen anderen Mittel ausschöpfen bevor man überhaupt erst über eine betriebsbedingte Kündigung nachdenken kann.

00:04:58: Und da fangen wir jetzt auch an und steigen dann mit dem ersten Thema ein und du hast es auch schon genannt eigentlich?

00:05:07: Der erste Gedanke, den man vielleicht haben sollte wenn einem die Aufträge einbrechen ist erstmal Kurzarbeit.

00:05:13: Ich denke mal dieser Begriff ist spätestens seit Corona irgendwie eben so ein bisschen im Kopf und sollte eigentlich kein neuer Begriff sein.

00:05:24: aber rechtlich Kim was steckt denn hinter dem Begriff Kurzarbeit?

00:05:29: Also bei der Kurzarbeit geht es ja darum zu sagen Vielleicht habe ich zwar noch Aufträge, aber eben nicht mehr ausreichend viele Aufträge um alle meine Mitarbeitenden zu beschäftigen.

00:05:38: Ich muss also meine Arbeitszeit reduzieren und ganz so einfach den Mitarbeitern zu sagen, so ich reduziere jetzt mal die Arbeitszeit ihr macht jetzt anstatt vierzig nur noch zwanzig Stunden die Woche.

00:05:48: das funktioniert arbeitsrechtlich nicht.

00:05:49: Genau damit zahle ich natürlich auch noch die zwanzige Stunden.

00:05:52: und da kommen wir nämlich zu dem Moment wo dann wahrscheinlich auch die Mitarbeiter sagen ja nee also so geht es nicht.

00:05:59: Und deswegen haben wir dann dieses Konstrukt, das eben da durchaus der Staat auch mal ein bisschen unterstützt.

00:06:05: In dem Fall ist es die Agentur für Arbeit, die nämlich das sogenannte Kurzarbeitergeld bezahlen kann wenn man das dann rechtzeitig anmeldet und beantragt.

00:06:14: Das heißt den Mitarbeitern wird sogar das Geld quasi durch die Agenturt für Arbeit dann auch mit finanziert.

00:06:20: des Einkommen Und das ist auch der Fall, wenn wir zwischenzeitlich mal sagen ich habe mal zwei Monate gar keine Aufträge.

00:06:28: Also diese sogenannte Kurzarbeit null.

00:06:31: Auch die existiert und auch dafür gibt es dann staatliche Unterstützungen.

00:06:35: Genau!

00:06:36: Das ist jetzt nicht der volle Monatslohnchen.

00:06:38: wie viel ist das?

00:06:39: beim Kuk, also Kurzarbeitergeld.

00:06:41: Kurz Kuk kann sein dass wir diese Abkürzung heute noch ein paar mal verwenden auszusehen

00:06:45: Das sind diese sechzig Prozent die wir eigentlich auch alle immer schon kennen oder eben siebenundsechzig prozent wenn man dann auch noch kleine Kinder hat?

00:06:53: Vom Netto lohnen muss man sagen und das ist halt nicht der Arbeitgeber sondern die Agentur für Arbeit.

00:07:00: ja sicherlich wenn sich jetzt eine gedenken was es an voraussetzung geklüpft dem isst auch so.

00:07:05: Also nicht jeder kann einfach Kurzarbeit anmelden, deshalb wollen wir auch gerne mal auf die Voraussetzung eingehen, Kim.

00:07:11: Wie sieht's da aus?

00:07:12: Ja man sagt halt eben ein erheblicher Arbeitsausfall und ihr hört es schon ist das wieder sehr juristisch-erheblich?

00:07:19: ja was soll das denn eigentlich bedeuten?

00:07:21: Wir Juristen werden sehr ungern.

00:07:22: sehr konkret

00:07:24: Ist so!

00:07:24: Wir lassen uns da sehr ungerne Festnageln auch.

00:07:27: Aber irgendwann sagt die Rechtsprechung doch Es gibt so paar Ansatzpunkte Und in dem Fall sagt man also wenn die Belegschaft in Gänze so ungefähr mehr als zehn Prozent der Arbeitszeit verlieren würde.

00:07:41: Das ist auch der Moment, wo man davon spricht dass aufgrund von Auftragsmangel schon Kurzarbeit beantragt werden kann.

00:07:47: Zehn Prozent ist jetzt gar nicht mal so massiv.

00:07:49: viel wenn man da mal drüber nachdenkt – in der heutigen Zeit vor allem auch?

00:07:53: Ja das stimmt!

00:07:55: Dann haben wir eben noch ein zweites Argument was wir brauchen und das ist, dass der Grund irgendwie entweder wirtschaftlicher Natur sein muss oder ein unabwendbares Ereignis darstellt.

00:08:06: Also unabendbare Eregnisse, das können natürlich solche Sachen sein wie Flutkatastrophen oder sonstiges, wo man dann auch nicht mehr arbeiten kann.

00:08:13: aber die wirtschaftliche Natur, naja, das ist dann der Auftragsmangel einfach.

00:08:18: Genau!

00:08:19: Oder hier so ein unabbendbares Erreigniss wäre zum Beispiel auch Corona-Pandemie.

00:08:24: deshalb hat Kurzarbeit da ja ganz neuen Aufschwung gekriegt sozusagen weil da ja viele Branchen auch betroffen waren.

00:08:31: Und dann haben wir den letzten und das ist auch einer tatsächlich, würde ich sagen mit der wichtigsten Punkte.

00:08:37: Wir brauchen erst mal überhaupt eine Grundlage dafür um Kurzarbeit bei den Mitarbeitenden anordnen zu dürfen.

00:08:42: also Ich kann jetzt nicht einfach dahergehen und sagen wir machen jetzt Kurzarbeit Das kann ich nur dann wenn ich zum Beispiel einen Tarifvertrag habe der Anwendbar ist wo es drin steht.

00:08:51: oder aber In meinem Arbeitsvertrag habe ich schon drin stehen, ja also bei Auftragsmangel ist der Arbeitgeber dazu rechtigt auch einseitig Kurzarbeit anzuordnen.

00:09:01: Das wäre der ideale Weg.

00:09:03: wir wissen aber auch aus unserer Beratungspraxis häufig ist das einfach nicht der Fall.

00:09:07: Ne genau!

00:09:08: Also in den wenigsten Arbeitszerträgen steht das drinnen.

00:09:11: Auch in so vorformulierten Arbeitszärträgen ist es in der Regel nicht enthalten.

00:09:15: tatsächlich

00:09:16: Ich weiß in unseren Mustern steht es

00:09:18: Ja weil die haben wir auch gemacht.

00:09:22: Aber ja, meistens steht es nicht drin.

00:09:24: Die Alternative wenn nichts drinsteht Jenny heißt...

00:09:27: Individualvereinbarung.

00:09:30: Ich muss also mit jedem einzelnen Mitarbeiter sprechen und jeder einzelne Mitarbeiter muss der Kurzarbeit zustimmen.

00:09:38: Genau!

00:09:38: Und da gilt natürlich auch wieder das AGG.

00:09:41: Also wir können jetzt nicht sagen für drei machen die Kurzarbeit und für die anderen nicht.

00:09:46: Da muss man ein bisschen gucken, also die, die zustimmen.

00:09:49: Aber da wird es dann richtig kompliziert.

00:09:51: Also schöner ist das.

00:09:53: Man hat das im Arbeitsvertrag direkt für alle gleich geregelt.

00:09:57: Wenn's einen Betriebsrat gibt, wird meistens nicht der Fall sein.

00:10:00: aber dann haben wir es noch mal genannt kann man auch eine Betriebvereinbarung treffen und dann hat man da auch alle wieder zusammen sozusagen.

00:10:07: ansonsten könnte das auch für Unmut im Unternehmen sorgen.

00:10:10: Also quasi der erste Tipp am heutigen Tage, guckt mal in eure Arbeitsverträge die ihr so schreibt ob die Möglichkeit denn schon vorhanden ist.

00:10:18: Und wer nicht?

00:10:19: Nehmt sie gerne mit auf!

00:10:21: Ja dann ist noch die Frage wie lange kann man Kurzarbeit denn eigentlich so nutzen?

00:10:25: also ein zwei Monate Auftragsmangel.

00:10:28: bisschen geringe verringerte Aufträge wird man vielleicht noch überbrücken können.

00:10:33: bis wann geht das so?

00:10:34: Jenny

00:10:36: Zwölf Monate sind das, also man darf zwölf monate Kurzarbeit machen und ich glaube es gab eine Verlängerung nochmal auf vierundzwanzig.

00:10:43: Das ist noch aus der Pandemiezeit wenn ich mich richtig erinnere?

00:10:46: Ja, das heißt bis zu vierund zwanzig Monate Kurzarbeit waren jetzt möglich, dass ist der Zeit noch der Fall.

00:10:54: diese Regelung ist verlängert worden bis Ende des Jahres.

00:10:56: Genau Okay!

00:10:58: Jetzt nochmal kurz und knackig das erste Thema Kurzarbeit Was redest du denn Arbeitgebenden die gerade überlegen, ob Kurzarbeit so das Richtige ist?

00:11:10: Ich nehme mal das was wir uns hier tatsächlich auch wortwörtlich einmal gerade auf meinem Blatt Papier steht.

00:11:16: Ich fand es ganz süßen vergleichig.

00:11:18: Kurzarbeit ist ja ein Schutzschirm sozusagen und das heißt wenn wir unseren Regenschirm erst aufspannen, wenn es schon regnet dann sind wir nass.

00:11:28: Das heißt wir sollten uns lieber vorher schon mit Gedanken darum machen zu sagen Wir kommen so langsam an einen Punkt, wo wir merken es geht nicht weiter.

00:11:35: Man sollte also mal erwägen ist die Kurzarbeit vielleicht sogar jetzt schon der richtige Punkt?

00:11:40: Damit wir gar nicht erst an dem Punkt angelangen dass wir später nur noch über das letzte mögliche Mittel nämlich die Kündigung sprechen.

00:11:47: und Die Beantragung am Ende ist auch nicht ganz so kompliziert.

00:11:50: Das ist bei den Agenturen für Arbeit zu beantragen.

00:11:53: Es geht mittlerweile online und relativ unbürokratisch.

00:11:56: Und noch ein kleiner Hinweis auch aus der Praxis.

00:11:59: Die Agenturen haben auch allen Arbeitgeberservice und da darf man sie auch gerne anrufen, die beraten dann auch.

00:12:04: Also die sind ja schon sehr hilfsbereit und das sollte man auf jeden Fall dann auch nochmal nutzen.

00:12:13: Bevor wir aber über Kurzarbeit nachdenken habe ich immer so Fragen, die als allererstes den Leuten in den Kopf kommen und es hat auch mit dem Thema Kurzarbeit zu tun.

00:12:25: Habe ich denn eigentlich andere Möglichkeiten?

00:12:26: Meine Mitarbeiter haben Überstunden.

00:12:28: Darf ich das eigentlich anordnen, dass die Überstunde jetzt einfach abgebummelt werden?

00:12:32: Kann ich anordnend später auch, dass vielleicht der Urlaub genommen wird?

00:12:36: also so diese Themen... Das ist ja auch noch mal ganz relevant weil es ist ja vorhanden und das sind ja auch Geldwerte, die da irgendwo vorhandenen sind

00:12:43: Ja!

00:12:44: Ist auf jeden Fall ein guter Punkt und in der Praxis tatsächlich die relevanteste Frage.

00:12:50: Und da muss man sagen, ich würde jetzt erstmal mit den Überstunden starten und dann nochmal Urlaub.

00:12:55: Also das Gesetz sagt halt zum Thema Kurzarbeit bevor man Kurzarbeit anmeldet müssen zuerst alle anderen Fortkehrungen ausgeschöpft werden die irgendwie möglich ist.

00:13:07: Und dazu geht natürlich auch der Abbau von positiven Überstünden sag' ich mal.

00:13:12: also wenn wir in Arbeitszeitgefühlen geht es ja einmal ins Plus- und einmal ins Minus kann man anordnen, erst mal die Überstunden abzubauen.

00:13:22: Das heißt es ist in dem Fall sogar als zumutbare Handlung verpflichtend bevor wir dann die Kurzarbeit anordnet erstmal zu gucken wie sehen denn über die Überzeit über Überstunde konnten aus?

00:13:32: so

00:13:34: Ja, das ist so.

00:13:35: Es gibt aber eine Ausnahme und zwar wenn natürlich vor allem Tarifvertrag, wenn es einen Tarif Vertrag gibt oder vielleicht auch in der Betriebsvereinbarung, wenn's im Betriebesrat gibt da sind noch mal so Kleinigkeiten die Feinheiten.

00:13:48: Wenn da eine Ausnahmedrin steht dass Arbeitszeitguthaben nicht zur Überbrückung verwendet werden dürfen dann darf man die natürlich jetzt auch nicht zur Vermeidung von Kurzarbeit anordnen.

00:14:01: Dann habe ich noch eine andere Idee Und ich weiß, die Idee auf die kommen meine Betriebe auch immer in meinen Beratungen.

00:14:08: Heute akut Ich habe keinen Auftrag mehr Kann ich meinem Mitarbeitenden jetzt nicht einfach nach Hause schicken und wir schreiben Minusstunden auf?

00:14:18: Ja, auf die Idee kommt es nicht nur du Die Frage kriege ich auch häufig.

00:14:22: Ja Komma wenn Wir legen uns nicht gerne fest wie lassen sich gerne fest nageln das kann er schon gesagt.

00:14:31: Also was geht wenn es arbeitsbetraglich oder tarifvertraglich vereinbart ist.

00:14:36: Also, wenn vorher klar ist okay das ist so unter den Vertragsparteien festgelegt man darf das anordnen dann darf man natürlich auch tun einfach einseitig anordnend aus dem Nichts sage ich jetzt mal so dass geht leider nicht.

00:14:53: und noch ganz anderer wichtiger Punkt ist diese Minusstunden müssen natürlich später auch dann wieder aufgeholt werden.

00:15:03: Also der Arbeitnehmer verliert jetzt keinen Lohn, man darf nicht noch die Minustunden anordnen und Entschuldigung, sondern man muss dann auch die Chance geben, die Arbeitszeit wieder einzuarbeiten.

00:15:21: Also es ist am Ende eigentlich gar keine Lösung und das ist auch etwas, was in der Beratung nicht nur an solchen Stellen vorkommt sondern zum Beispiel auch in diesen Baubereichen.

00:15:30: Es ist oft so fünfzehn Uhr die Baustelle ist fertig, es lohnt sich nicht nochmal irgendwo anders hinzufahren.

00:15:36: Und da müssen wir tatsächlich leider immer sagen dass Auftragsmangel oder auch die Organisation wie geht es jetzt weiter?

00:15:43: In die Risikosphäre des Arbeitgebers fällt.

00:15:46: Und das bedeutet, der Arbeitnehmer darf dadurch am Ende tatsächlich keine Nachteile erfahren.

00:15:51: Genau, er darf ja keinen Nachteil erleiden.

00:15:55: Thema Urlaub.

00:15:56: Ich kann sagen, Urlaub hatten wir noch ne?

00:15:59: Ja die Frage, die sich jetzt stellt, kann ich denn jetzt Urlaub anordnen?

00:16:03: und wenn auch so viel Urlaub da ist, noch häufig ist das ja auch nochmal eine recht lange Zeit mit der man überbrücken könnte.

00:16:10: Und da lege ich mich auch wieder nicht fest.

00:16:11: Jetzt kommt die nächste Juristin Antwort, darf mein Urlaub anordnen?

00:16:16: Es kommt darauf an!

00:16:18: Wissen wir jetzt auch nicht so genau... Also der Urlaubswunsch des Arbeitnehmers geht natürlich erstmal vor.

00:16:24: Der hat erst mal Vorrang.

00:16:27: Aber Geber kann ich etwas sagen.

00:16:29: Nächste Woche nimmst du jetzt mal Urlaub und bist einmal eine oder zwei Wochen einfach nicht da Es sei denn, es liegen sehr dringende betriebliche Belange vor.

00:16:38: Und jetzt kommen wir wieder in so unbestimmte Rechtsbegriffe.

00:16:41: Was sind denn eigentlich dringend Betriebliche?

00:16:45: Ja, also dass dieser Urlaub erstmal durch den Arbeitnehmer das erst mal die Wünsche vorrangig zu nehmen sind.

00:16:52: Das ergibt sich eben ganz einfach aus dem Bundesurlaubsgesetz denn da steht nicht drin der Arbeitgeber gibt Urlaub sondern der Arbeitnehmer nimmt Urlaub.

00:17:01: und die Formulierung ist ja eigentlich ganz eindeutig würde ich behaupten Und deswegen ist das durchaus schwierig.

00:17:07: Das bedeutet nicht, dass wir keinen Betriebsurlaub anordnen dürfen.

00:17:10: Wir müssen uns eben nur an Regeln halten.

00:17:12: Das muss lange genug im Voraus passieren.

00:17:14: Man darf auch nicht über den kompletten Urlaub verfügen und auch nicht im Betriebsurlaub sondern nur über einen gewissen kleineren Anteil als der gesamte Urlaub usw.

00:17:23: Sagen wir ja bei dringendem betrieblichen Belangen, dürfen wir es dann doch mal?

00:17:28: Ist das jetzt so ein Fall Auftragsmangel?

00:17:30: Also... jetzt wirklich nicht so pauschal zu beantworten, sondern da muss man sich wirklich den Einzelfall dann immer noch mal angucken.

00:17:39: Aber grundsätzlich ist ein Auftragsmangel im Betrieb schon auch als dringender betrieblicher Grund zu qualifizieren.

00:17:54: Jetzt haben wir aber häufig die Situation Wir planen unseren Urlaub Anfang des Jahres.

00:18:00: Nicht unbedingt immer den gesamten Urlaub, aber schon so dass man groben Urlaubsplan hat für das laufende Jahr.

00:18:05: und jetzt stelle ich im laufenden Jahr fest.

00:18:07: Ich habe meine Urlabsanträge der Mitarbeitenden schon bewilligt und stelle fest es geht gar nichts mehr wir müssen uns um Kurzarbeit kümmern.

00:18:15: muss sich denn dann noch den Urlaub anordnen weil eigentlich haben die ja schon Urlaub gewert bekommen von mir auch wenn er in der Zukunft liegt und vielleicht sogar schon Urlaupsreisen gebucht?

00:18:24: Ja Die Antwort ist ja klar, nein.

00:18:26: Also wenn der Urlaub festgeplant ist also wenn ihr im Unternehmen einen festen Urlaubsplan habt oder vielleicht auch nur ein oder zwei Mitarbeiter habt und euch mit denen aber fest absprecht und sagt okay du nimmst dann Urlaub, du dann und ich dann, dann müsst ihr daran nichts mehr ändern.

00:18:41: Das mutet man jetzt auch keinen Zug zu sagen es müssten gebuchte Urlaube reisen abgesagt werden weil nun mal jetzt der Arbeitgeber in Schieflage geraten ist was die Aufträge angeht.

00:18:51: Deshalb ist natürlich auch die klare Empfehlung Gerade wenn man merkt, in der Branche wird es ein bisschen hariger am Anfang des Jahres dann schon mal so einen Urlaubsplan zu machen auch mit den Mitarbeitenden.

00:19:03: Weil man dadurch natürlich schonmal diese Voraussetzung abhakt und sagt mir wir haben einen Urlapsplan an denen müssen wir uns auch halten die haben die Anträge auch genehmigt und da hat man diese Vorasetzungen sozusagen schon erfüllt.

00:19:15: also das zwingt einem dann auch niemand mehr den Urlaub, den Arbeitnehmern wieder wegzunehmen.

00:19:20: Ich finde das auch aus dem wirtschaftlichen Aspekt heraus tatsächlich ganz wichtig, denn der Urlaub ist ja kein unbezahlter Urlaub.

00:19:27: Das heißt am Ende selbst wenn ich jetzt die Mitarbeitenden alle in den Urlaubschicke, das Geld kommt trotz allem nicht rein in der Zeit.

00:19:33: Das ändert also an der Zahlungspflicht des Arbeitgebers im ersten Moment nichts.

00:19:38: D.h.,

00:19:38: die Kurzarbeit würde uns aber so fort entlasten und wenn wir erst den Urland einsetzen müssten dann wäre die Entlastung trotzdem erst So ein Monat später, wenn wir den gesamten Jahresurlaub einsetzen müssten.

00:19:50: Genau!

00:19:52: Ja so viel zu diesen beiden Möglichkeiten die immer erfragt werden.

00:19:58: und jetzt kommen wir natürlich nochmal zu einem bisschen kniffligeren Thema.

00:20:04: was ist denn jetzt?

00:20:05: Und das ist zum Beispiel in diesem Fall den ich anfangs geschildert hatte der Kontakt bei mir auf dem Schreibtisch gelandet ist der Fall.

00:20:12: da ist es so in der einen Abteilung ist sehr viel Arbeit da Aber nicht genug Gesellenen und Geheimen, die diese Arbeit machen können.

00:20:21: Und die nachfolgende Abteilung – in dem Fall die Lackierer – haben gar keine Aufträge, weil ja die Vorarbeiten nicht erledigt sind.

00:20:31: Das bedeutet ein Unternehmen im einen Bereich super viel Arbeit kann aber nicht geschäft werden, weil zu wenig Mitarbeitende.

00:20:39: Der andere Bereich, der darauf nachfolgt, wie stehen sich alle die Beine in den Brauch und können nicht mehr beschäftigt werden?

00:20:46: Was ist denn damit?

00:20:48: Kann ich dir jetzt ursetzen, kann ich dir sagen hier du machst jetzt nicht mehr Fahrzeuglagerung.

00:20:52: Du machst jetzt ein bisschen Chorosseriebau.

00:20:54: Soll ich das böse Wort schon wieder sagen?

00:20:57: Es kommt drauf an!

00:21:02: Ich weiß, ich weiß.

00:21:03: Und ich weiß also die, die unsere Folgen vielleicht schon mal gehört haben wir sagen das so häufig und wir selber haben uns im Studium auch darüber aufgeregt dass unsere Professoren nochmal gesagt haben es kommt darauf an aber am Ende ist es leider Gottes wirklich so dass jeder Einzelfall einfach unterschiedlich ist.

00:21:18: und auch hier kommt zum Beispiel darauf an ob wir im Arbeitsvertrag stehen haben.

00:21:23: dass die Arbeitnehmer in anderen Bereichen des Unternehmens in einer gleichwertigen Tätigkeit zb eingesetzt werden können steht in vielen Arbeitsverträgen drin, so ein gewisses Weisungsrecht haben wir da.

00:21:35: Gleichwertige Tätigkeit bedeutet dann aber auch... Ich darf natürlich jetzt nicht sagen also ich habe hier jemanden eingestellt, ich sage mal wenn wir unterschiedliche Filialen zum Beispiel hätten als Filialeiter und in der anderen Filiale hab' ich keinen Filialeiterei, postenfrei und versetze dann einfach in eine Verkäuferstelle.

00:21:53: Das habe ich bei den Beckern zum Beispiel häufig das sowas aufkaufen.

00:21:56: Das geht nicht weil es keine gleichwertigen Tätigkeiten ist.

00:21:59: Schwierig wird es auch, wenn im Arbeitsvertrag zu konkret drinsteht was derjenige eigentlich macht.

00:22:05: Ja weil wenn die Aufgaben natürlich sehr konkret beschrieben sind würde das auch sehr schwierig mit dem Weisungsrecht dann andere Aufgaben noch hinzuzufügen vor allem wenn da nicht noch so eine schöne Öffnungsklausel oder so steht.

00:22:18: wo dann drin steht kann auch in anderen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden, aufgrund des Arbeitgebers oder sowas.

00:22:24: Wenn man so was dann auch nicht drinstehen hat, dann wird schon richtig eng die Person woanders zu beschäftigen, obwohl es dasselbe Unternehmen ist und auch wenn es ein sehr kleiner Betrieb ist.

00:22:35: Ja!

00:22:36: Und wenn wir eben diese Möglichkeiten uns nicht vorgehalten haben in unseren Arbeitsverträgen ihr merkt das.

00:22:42: Wir sprechen immer über Mitarbeiter, die uns am Ende die Probleme bereiten.

00:22:45: Es gibt auch immer Lösungen, dass man miteinander spricht Das wollen wir dabei nicht sagen.

00:22:50: Wir wissen alle, es ist schöner auch vielleicht die Arbeitszeit zu reduzieren als den Arbeitsplatz ganz zu verlieren.

00:22:55: Aber es gibt eben schwierige Mitarbeitende.

00:22:57: Und man muss vielleicht noch mal einen Zufügen.

00:22:58: bei uns landen natürlich immer nur die Negativbeispiele.

00:23:02: also wir werden immer nur angerufen wenn schlecht läuft und es ruft eigentlich nie jemand an wenn's gut läuft und deshalb wirkt das immer etwas schwarz malerisch.

00:23:11: aber jeder der vielleicht in unserem Podcast schon mal reingehört hat oder nach diesem Tag auch tun wird, wird feststellen.

00:23:17: Wir sind immer sehr orientiert auch an Praxis und an Lösungen die vielleicht nicht immer das Recht bis zum Ende ausschöpfen sondern wo man auch ins Gespräch kommt und versucht es anders zu lösen.

00:23:26: aber dafür muss man natürlich seine Rechte kennen und jetzt gibt es ein Recht wie wir nochmal oder eine Möglichkeit wie wir Mitarbeiter anders einsetzen können?

00:23:35: ja also wir haben wir stellen jetzt fest wir sind leider an dem Punkt wir haben nichts der gleichen am Arbeitsvertrag vereinbart und wir haben leider auch so einen Mitarbeitenden vor uns der sagt Ich spiele nicht mit, ich möchte das alles nicht.

00:23:46: Dann bleibt uns eine Sache... Also würden uns zwei Sachen bleiben, aber ich bleibe mal bei der harmloseren Sache und es Ganze nennt sich Änderungskündigung.

00:23:54: Hat das hier im Raum schon mal jemand gehört?

00:23:56: Änderungskündigung ist das Wort.

00:23:58: Ah, so klar!

00:24:00: Okay sehr gut.

00:24:01: Kim was eine Änderungen-Kündigung?

00:24:03: Also eine Änderungskundigung ist eigentlich erstmal ganz eine ganz normale Kündigung sagt so lieber Arbeit nehme.

00:24:09: ich kündige dir jetzt Zum Zeitpunkt X. Ich biete die aber an, bei mir im Betrieb weiterhin beschäftigt zu sein, aber eben zu geänderten Konditionen wie zum Beispiel anstatt vierzig nach zwanzig Stunden.

00:24:22: Das ist die klassische Änderungskündigung also eine Kündigung mit dem Angebot aber trotzdem weiterbeschäftigt zu werden nur zu anderen Bedingungen.

00:24:33: Das Ganze ist trotzdem natürlich angreifbar weil es am Ende eine Künstigung ist.

00:24:37: der Arbeitnehmer muss dieses Angebot nicht annehmen

00:24:41: Genau.

00:24:42: Also er kann das Angebot annehmen, auch unter Vorbehalt, kann auch gleichzeitig Kündigungsschutzklage einreichen um halt zu gucken ob diese Änderung die da vorgenommen wird mit ich sage mal bisschen Druck oder auch Zwang, ob die denn sozial gerechtfertigt ist also der Arbeitnehmer tatsächlich und die Arbeitnehmer in das Recht das auch gerichtlich überprüfen zu lassen.

00:25:03: Und es klingt jetzt schon sehr kompliziert und auch sehr riskant Kim Also ist schon auch ein schwieriger Teil, muss ich sagen.

00:25:12: Es ist schon so – das muss ich auch sagen die Änderungskündigungen.

00:25:16: Ich habe es ja gesagt, es ist am Ende trotzdem erst mal eine normale Kündigung.

00:25:20: Das heißt auch da müssen alle rechtlichen Bedingungen erfüllt sein zu denen wir gleich einmal kommen.

00:25:26: Es isst aber schon so dass uns die Richter sagen bei Änderungskündigogen naja Wir müssen ja immer das mildeste Mittel suchen und eine Änderungskündigung wird schon das mildere Mittel gegenüber einer tatsächlichen endgültigen Kündigung sein.

00:25:42: Genau.

00:25:42: D.h.,

00:25:42: da sind die Richter uns gegenüber etwas Genediger unterwegs, aber das was wir eingangs gesagt haben natürlich selbstverständlich.

00:25:50: wann werden wir an diesem Punkt angekommen sind dass wir merken es geht nicht mehr.

00:25:54: sind wir so dass wir sagen ganz pragmatisch sprecht ganz offen und ehrlich mit euren Mitarbeitenden.

00:26:01: Und erzählt denen das?

00:26:02: Und legt auch mal ein bisschen was offen, weil wir sind ja alles Menschen!

00:26:05: Wir wollen nur nachvollziehen, was mit uns passiert.

00:26:10: Das allererste und das einfachste ist eigentlich zu sagen, finden wir eine Lösung.

00:26:14: Denn eine Lösung kann auch sein zum Beispiel zur Vereinbarung vorübergehend die Stunden zu reduzieren.

00:26:21: Wir müssen das gar nicht endgültig festhalten.

00:26:23: Wir können erst einmal sagen, dass man für die nächsten drei Monate, weil es sieht nicht so gut aus Und danach gucken wir noch mal neue gemeinsam auf die Situation.

00:26:31: Genau und das kann man natürlich auch alles schriftlich festhalten, man kann da auch den Arbeitnehmern sozusagen ein bisschen die Last nehmen und dann auch Verbindlichkeiten schaffen und sagen gut wie machen das Ganze befristet bis dann und dann und versuchen das irgendwie zusammen hinzubekommen.

00:26:45: und dass ist sicher auch immer der Weg zu dem wir zuerst raten.

00:26:50: aber... Wenn alles nicht hilft.

00:26:53: Wenn alles nichts mehr hilft, dann müssen wir leider Gottes doch über dieses Wort betriebsbedingte Kündigungen auch noch einmal sprechen.

00:27:00: Wir merken Kurzarbeit hilft uns nicht sonderlich viel weiter.

00:27:03: Es ist einfach so gravierend dass wir nicht mehr hinkommen.

00:27:07: Die Kurzarbeit ist nicht das langfristige Ziel weil wir merken es ist auf Dauer einfach so dass uns die Aufträge wegbrechen Und die Mitarbeitenden spielen vielleicht auch nicht so mit.

00:27:16: und auch mit der Änderungskündigung merken wir, ob das bringt uns nichts.

00:27:20: Weil ich vielleicht trotzdem Zeiten abwecken muss, dass ich sage es bringt mir aber nichts wenn ich einen habe, der eben nur fünf Stunden am Tag da ist.

00:27:27: Ich brauche jemanden der trotzdem den ganzen Tag da isst Dann hilft mir eine halbtags oder zwei Halbtagskräfte vielleicht nicht so viel wie eine Vollzeitkraft

00:27:36: Das stimmt!

00:27:36: Du hast noch zwei andere sehr wichtige Sachen gerade gesagt.

00:27:40: Da will ich nochmal ganz kurz ein Fokus drauf setzen Auch in meinem Fall im Freitag, nämlich so ein Beratungsthema war.

00:27:46: Also dieser Arbeitsplatz muss bei einer betriebsbedingten Kündigung wirklich dauerhaft wegfallen und nicht nur kurzfristig.

00:27:56: Und das ist auch so'n bisschen der Unterschied oder die Abgrenzung.

00:28:00: nochmal zur Kurzarbeit zu sagen habe ich jetzt einen kurzfristigen Engpass und könnte auch Kurzarbeit anmelden?

00:28:08: Oder sehe kein Himmel mehr und keine Besserung in Sicht.

00:28:13: Und diese Arbeitsplätze wird dauerhaft wegkommen, weil ich mein Betrieb ohnehin jetzt etwas verkleinern werde oder auch umstrukturiere.

00:28:20: Dann sind wir bei der betriebsbedingten Kündigung.

00:28:23: Das ist noch mal glaube ich was ganz wichtig ist zu verstehen und dieses Verhältnis-Kurzarbeit betriebesbedingte Kündigungen.

00:28:30: Weil der Grund ist derselbe.

00:28:31: Wir haben zugenicht Beschäftigung.

00:28:33: Einmal kurzfristig auf eine gewisse Dauer und einmal tatsächlich wahrscheinlich... große Bescheidungen zu treffen, langfristig sowas kann sich ja auch verändern.

00:28:44: Wenn die Branche sich ändert das steht eben nicht ganz liegen.

00:28:46: aber für den Moment wo man die Kündigung ausspricht muss man das bewerten.

00:28:51: und betriebsbedingte Kündigung nur bei dauerhaftem Wegfall des Arbeitsplatzes.

00:28:56: Dann ist etwas auch das haben wir schon ein bisschen immer mal wieder anklängen lassen und dass es auch das wo ich behaupten würde wo die meisten Fehler passieren?

00:29:04: Definitiv!

00:29:06: Die Sozialauswahl.

00:29:08: Das ist so ein Wort, was immer ein bisschen mitschwebt, wo wir drüber sprechen wenn wir über betriebsbedingte Kündigung sprechen.

00:29:15: Sozialauswahl!

00:29:16: Was bedeutet das denn eigentlich?

00:29:17: Versteht ihr dahinter?

00:29:18: Der größte Fehler der nicht bei der Soziallauswahr gemacht wird sondern den größten Fehler der gemacht wird ist dass die Soziarauswahle gar nicht gemacht wird.

00:29:27: und eine Soziarauswahl ist wenn man mehrere Beschäftigte hat zwingendes Erfordernis für eine Betriebsbedingtekündigung.

00:29:34: also erste Tatbestandsvoraussetzungen, so reden wir immer.

00:29:38: Ist dieser dauerhafte Arbeitsmangel?

00:29:40: und die zweite ist direkt wen darf ich denn entlassen?

00:29:43: Und dafür muss sich die Sozialauswahl machen.

00:29:46: Dafür müssen wir als Arbeitgeber unterschiedliche Kriterien berücksichtigen.

00:29:51: Die sind uns vorgegeben vom Bundesarbeitsgericht was sich witzigerweise üblich in Erfurt befindet.

00:29:56: an der einen Platz bin ich nämlich für ihn vorbeigefahren.

00:30:00: Diese Kriterie lauten Lebensalter Betriebszubehörigkeit, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung.

00:30:11: Und diesen Kriterien muss man jetzt sozusagen ein Kennwärts tun lassen.

00:30:17: Also es gibt sozusagen Punkte.

00:30:19: ums mal ganz einfach zu sagen wie man das gewichtet darf man als Arbeitgeber selbst entscheiden.

00:30:26: Man muss es nur für alle gleich anwenden.

00:30:28: also man überlegt sich einmal vorher was ist mir am wichtigsten zum Beispiel Betriebszugehörigkeit und dann sagt man okay, für jedes Jahr der Betrieb zu Gehörigkeit vergeb ich zwei Punkte.

00:30:40: Für jedes Lebensalter vergebe ich einen Punkt.

00:30:44: Das ist manchmal gedeckelt bei einem gewissen Lebensalter.

00:30:48: Meistens so bis du in fünfzig macht man da so ein Punkt Und dann guckt man sich noch an Ist die Person oder wer es verheiratet?

00:30:58: Wer lebt in einer Lebensgemeinschaft, wo man eine Unterhaltspflicht hat?

00:31:01: Und gibt es Kinder, für die man noch unterhaltspflichtlich ist?

00:31:05: Dem gibt man dann auch wieder Punkte.

00:31:07: und da muss man natürlich noch eine Schwerbehinderung.

00:31:09: Wenn sie denn bekannt ist, auch noch berücksichtigen.

00:31:12: und dafür gibt's auch noch Punkte.

00:31:14: Derjenige jetzt mal ganz flatt gesagt, der die wenigsten Punkte hat wäre dann auch derjenige im Unternehmen, der gehen müsste egal arbeitsrechtlich wie gut man jetzt diesen Mitarbeiter oder diese Mitarbeiterin findet.

00:31:28: Ein bisschen das, was auch häufig schief geht.

00:31:32: Wenn die Sozialausfalldenken gemacht wird, dass dann gesagt wird Ja aber das ist mein engagiertes und motiviertester Arbeitnehmer Und da müssen wir sagen im Arbeitsrecht leider völlig irrelevant.

00:31:45: Betriebshilfe habe ich absolut voll katastrophenmenschlich sicherlich auch.

00:31:51: Aber für dieses arbeitsgericht kann sich ja alle nebenan beschweren So ist es, wir müssen uns abjektivieren und wir müssen rausfinden wer ihnen muss bei der Betriebsbeschränkung.

00:32:04: Also es gibt noch eine einzelne kleine Einschränkung aber die ist äußerst schwer zu begründen.

00:32:08: das nennt sich dann auch tatsächlich so ein gewisse Leistungsträger Die dürfen wie aus der Betrieb dieser Sozialauswahl etwas herausnehmen Das zu begrünten vor Gericht dass sie derjenige besondere Kenntnisse hat die kein anderer hat den ich dich nicht einfach mal eben so anlernen kann.

00:32:31: Ist äußerst schwierig, wenn wir aber natürlich nicht miteinander vergleichen müssen ist den Meister mit dem Gesellen.

00:32:38: Also wenn ich einen Meister beschäftige und einen Gesellen, und die sagt okay den Meister brauche ich ja aber weil ich selber vielleicht als Betriebsinhaber auch keinen Meister habe sondern meinen meister als Betriebsliter angestellt habe.

00:32:49: Da muss sich natürlich nicht dem Meister entlassen, sondern dann darf die Wahl auf den Gesellen fallen.

00:32:54: Die beiden sind nicht vergleichbar.

00:32:55: in diesem Moment.

00:32:56: Genau da ist wieder das Thema Nicht Äpfel mit Bürnen Sondern immer nur gleiche Positionen im Unternehmen.

00:33:04: also die müssen sozusagen direkte Kolleginnen oder Kollegen sein, damit wir die überhaupt in eine Vergleichsgruppe schieben können.

00:33:12: Eine Einschränkung möchte ich ganz gerne auch noch vornehmen.

00:33:15: Das kommt aber ein bisschen darauf an wie groß ein Betrieb so ist, ob das überhaupt zutrifft.

00:33:20: und zwar hast du ja eben gesagt der Betriebszugehörigkeit und Alter müssen irgendwie bewertet werden.

00:33:24: Das führt ja häufig dazu dass diejenigen, die besonders alt sind und schon besonders lange sind nicht diejenigen sein werden, die gehen müssen weil ich nur die Jungen entlassen kann, die gerade erst kurz bei mir sind wenn ich nach dieser Sozialauswahl gehe.

00:33:40: Und das stellt natürlich auch ein riesengroßes Problem dar und da haben größere Konzerne mal versucht etwas durchzusetzen, und zwar haben sie dann Altersgruppen geschaffen.

00:33:48: Wir haben gesagt okay, ich vergleiche jetzt einfach mal nur die twenty-fünf bis dreißigjährigen miteinander, nur die thirty-fünfundvierzigjährige miteinander und innerhalb jeder Gruppe muss am Ende einer gehen!

00:34:00: Aber ich kann damit meine Altersstruktur am Leben halten.

00:34:04: Und auch da ist man gesagt worden, ja das ist schon in Ordnung!

00:34:06: Das ist ja gegründet... ...das können wir alle nachvollziehen.

00:34:10: und es wäre ja nicht fair wenn es immer die Jungen treffen

00:34:13: würde.

00:34:14: Es ist auch nicht fair, wenn's immer die Alten trifft und genau deswegen ist das glaube ich eine sehr faire Regelung weil man eben einen Betrieb hat den man so strukturieren kann.

00:34:22: Ja definitiv

00:34:26: So.

00:34:26: Sozialauswahl Ihr hört, es ist nicht einfach zu begründen.

00:34:31: Und das ist ein heikles Thema weil da wirklich auch so die Betriebspraxis und vielleicht auch das Bauchgefühl des Unternehmers häufig sehr weit abweicht sozusagen von der Betriebeswirtschaftlichkeit nicht so richtig mit diesen arbeitsrechtlichen Regeln zusammenpasst und dass man sich damit sehr schwer tut kann ich verstehen.

00:34:53: Das ist so.

00:34:54: Dann jetzt noch einmal dazu, auch wenn wir es schon ein bisschen dargestellt haben.

00:34:57: Jenny was sind die häufigsten Fehler?

00:34:59: ganz ausdrücklich bei der betriebsbedingten Kündigung?

00:35:03: Keine soziale Auswahl oder eine fehlerhafte soziale Auswahl ist glaube ich der allergrößte und keine soziale Wahl ist glaube Ich der größte Fehler den das ist eigentlich immer der Fall Oder Der Arbeitgeber kündigt wegen Auftragsmangel und stellt dann ganz kurz danach neue Leute ein.

00:35:21: Das ist natürlich, wenn da die Kündigungsschutzfristen noch laufen dann wird es auch richtig harig.

00:35:27: Also dann ist das einfach keine echte betriebsbedingte Kündigung und wir müssen zwar bei der Kündierung keine Gründe angeben aber wir müssten uns schon, wenn wir die Künstigung aussprechen darüber im Klaren sein warum kündigen wir?

00:35:42: Kündigen wie jetzt betriebesbedingt wegen dieses Auftragsmangels oder kündigen wir Verhaltensbedingte und dann haben die ganz andere Voraussetzungen, die wir erfüllen müssen.

00:35:52: Und das war in diesem Beratungsgespräch am Freitag, deshalb sage ich es auch noch mal, da wurde dann gesagt aber dann haben wir ja auch noch viel Verhalten x, y, z. Da habe ich gesagt jetzt müssen Sie mir mal sagen machen wir die betriebsbedingten Kündigung wegen Auftragsmangel?

00:36:04: Oder wollen wir eine verhaltensbedingte Kündigung machen?

00:36:05: weil dann fangen wir die Beratung nochmal von vorne an.

00:36:08: also Das muss man sich schon vorher überlegen und das dann währenddessen umzuswitschen.

00:36:12: Weil man sagt, ich will jetzt aber dann auf ihn einstellen, so mache ich über eine breitensbedingte auch ganz schwierig.

00:36:18: also das muss einem vorher schon klar sein und man muss diese Voraussetzung erfüllen.

00:36:22: Ich habe das lustigerweise oft ganz anders!

00:36:24: Ich habe häufig verhaltensbedingt die Kündigungen.

00:36:27: Und wenn ich immer sage, das sieht ganz schlecht aus weil mir Abmahnungen fehlen oder dass Verhalten vielleicht nicht ausreicht für die Art der Kündigung, die ausgesprochen werden soll.

00:36:35: Dann machen wir eben eine Betriebsbedingte draus!

00:36:37: Ja,

00:36:37: wenn die auch gut also andersrum geht, ist es auch ganz gut.

00:36:40: und letzter Hinweis noch Kündigungsfrist.

00:36:42: Also Auftragsmangel berechtigt uns selbstverständlich nicht einfach zum außerordentlichen fristlosen Kündigen Weil damit werde ich nämlich am häufigsten angerufen ja kann ich jetzt frisslos entlassen?

00:36:52: Nein können sie nicht Können Sie fast nie.

00:36:55: Also wenn ich schon aus meinem Sekretariat höre, hier hat wieder XYZ angerufen.

00:37:00: Fristlose Kündigung muss schnell gehen, sage ich immer schon nein!

00:37:04: Und ich lege zu acht schon neunzig Prozent der Fälle richtig und die zwei Prozent vieler Quote, die nehme ich – das ist einfach so.

00:37:10: Wir kommen fast nie in eine fristlosen Kündigung und erst recht nicht bei so einem Auftragsmangel.

00:37:15: Das bedeutet man muss sich auch noch die Königungsfristen angucken und die müssen eingehalten werden.

00:37:21: Dazu auch bei der Änderungskündigung übrigens?

00:37:24: Denn auch bei der Änderungskündigung haben wir am Ende die betriebsbedingten Gründe, die dahinter stehen.

00:37:29: Und auch hier sind also die Kündigungsfristen einzuhalten wenn man es nicht schafft sich zu

00:37:34: einigen.

00:37:35: Auf jeden Fall!

00:37:37: Gut, ja Kim war mir kurz zusammenfassend.

00:37:41: ich glaube wir sind jetzt so thematisch erst mal im Ende.

00:37:43: Wir haben ja schon gesagt Wenn wir hier die Aufnahmen beendet haben sind wir sehr gerne noch offen für alle Fragen.

00:37:48: Aber was ist jetzt?

00:37:49: Die wichtigste Botschaft, eure sind die wichtigsten Botschaften aus unserer Folge.

00:37:53: Wir fassen am Ende immer gerne noch mal kurz das Wichtigste zusammen?

00:37:57: Eine der wichtigsten Botschaften ist glaube ich auch wenn wir schwarzmalen wie du gesagt hast.

00:38:01: Ich glaube dass es einfach so ein bisschen einfach unseren Job geschuldet.

00:38:05: da kommen wir nicht ganz raus.

00:38:07: Es gibt Lösungswege und die gibt es bestimmt auch betriebswirtschaftlich Wenn man sich damit Leuten auseinandersetzt aber die gibt's eben auch juristisch Und da ist es einfach nur ganz ganz wichtig.

00:38:19: macht euch rechtzeitig Gedanken darum.

00:38:22: Beschäftigt euch nicht erst damit, wenn es wirklich zu spät ist.

00:38:25: Wenn ihr davor steht und feststellt, ihr könnt nichts mehr bezahlen, dann ist das zu späht.

00:38:29: Behaltet es also einfach dauerhaft im Auge?

00:38:33: Wie sieht es aus?

00:38:34: Wie viele Überstunden sind vorhanden?

00:38:36: Wie ist es mit Urlaub?

00:38:37: Ist Kurzarbeit eine Option für euch?

00:38:40: Und holt euch da einfach Beratungshilfe bei den Innungen, bei den Agenturen... Bei den Handwerkskammern auch durchaus, die haben Betriebsberater da sitzen und versucht euch da einfach so gut es geht eure Beratungen zu holen ehrlich gesagt.

00:38:56: Und ich glaube die wichtigste Message Die Kündigung ist immer das letzte Mittel also dass wir wirklich erst alles ausschöpfen und dann über die Kündigung nachdenken weil man damit Und das ist immer die Frage, die wir gestellt kriegen.

00:39:12: Die sind ja meine Chancen vor Gericht und dann muss man halt auch ehrlich sagen jetzt haben sie schon gekündigt Jetzt kommen Sie zu mir und jetzt kann ich eigentlich nur noch ein Pflaster draufkleben und wir gucken mal was passiert.

00:39:24: Also erst alles ausschöpfen und dann über die Kündigung nachdenken

00:39:28: Genau.

00:39:28: also bitte keine Schnellschüsse.

00:39:30: Das macht uns die Arbeit leichter und es wird günstiger am Ende.

00:39:34: Es wird auch erheblich günstig am Ende wenn man sich streitet.

00:39:37: Man muss sich nicht streiten aber Wir streiten uns natürlich immer und deshalb können wir auch immer nur diese Fälle berichten.

00:39:44: Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen!

00:39:45: Ich glaube ihr habt hoffentlich einen ganz guten Überblick einmal bekommen über Optionen die es gibt.

00:39:50: wenn ihr noch Fragen habt, wir sind noch da und dann sagen wir Tschüss

00:39:55: bis zum nächsten Mal!